Wie kann ich Geld aus meiner Schweizer Firma beziehen, wenn ich im Ausland wohne?
- 24. März
- 9 Min. Lesezeit
Viele Unternehmer mit einer Schweizer Gesellschaft (z. B. AG oder GmbH) stehen vor der Frage: Wie kann ich mir rechtssicher Geld auszahlen, wenn ich im Ausland wohnhaft bin und nicht selbst als Verwaltungsrat eingetragen bin?
Die Antwort ist nicht pauschal – sie hängt stark von der individuellen Struktur, der steuerlichen Ansässigkeit und den konkreten Geschäftsaktivitäten ab. Nachfolgend zeigen wir die wichtigsten Möglichkeiten und Rahmenbedingungen auf.
1. Grundsatz: Trennung zwischen Gesellschaft und Privatperson
Eine Schweizer Kapitalgesellschaft ist eine eigenständige juristische Person. Das bedeutet:
Gelder gehören der Firma, nicht Ihnen privat
Auszahlungen müssen rechtlich und steuerlich korrekt begründet sein
Unzulässige Entnahmen können als verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert werden
2. Die häufigsten Möglichkeiten zur Geldentnahme
a) Dividendenzahlung
Die klassische Variante ist die Ausschüttung von Dividenden.
Voraussetzungen:
Gewinn im Jahresabschluss vorhanden
Beschluss der Generalversammlung
Ausschüttung erst nach Abschluss des ersten Geschäftsjahres
Steuerliche Aspekte:
35 % Verrechnungssteuer in der Schweiz
Teilweise Rückerstattung möglich (je nach Doppelbesteuerungsabkommen)
Besteuerung im Wohnsitzstaat
Vorteile:
Keine Sozialabgaben in der Schweiz
Administrative Klarheit
Nachteile:
Liquiditätsbindung bis zum Jahresabschluss
Steuerliche Belastung je nach Wohnsitzland
b) Lohn (falls Anstellung besteht)
Wenn Sie operativ tätig sind, können Sie sich einen Lohn auszahlen.
Voraussetzungen:
Arbeitsverhältnis mit der Schweizer Gesellschaft
In der Regel: Schweizer Arbeitsbewilligung
Kostenstruktur:
Sozialabgaben (AHV, BVG, Unfallversicherung) ca. 10–15 % zusätzlich
Quellensteuer möglich (bei Wohnsitz im Ausland)
Vorteile:
Regelmässiger Cashflow
Aufbau von Sozialversicherungsansprüchen
Nachteile:
Höhere Gesamtbelastung
Administrativer Aufwand
c) Verrechnung über eine ausländische Gesellschaft
Wenn Sie bereits eine Firma im Ausland haben, kann diese Leistungen an die Schweizer Gesellschaft verrechnen.
Beispiel:
Beratungsleistungen
Entwicklung / IT
Managementleistungen
Wirkung:
Gewinnverlagerung ins Ausland
Reduktion der Steuerbelastung in der Schweiz (bei korrekter Struktur)
Wichtig:
Fremdvergleich (Arm’s Length Principle) zwingend
Dokumentation erforderlich
Missbrauch kann steuerliche Risiken auslösen
d) Rückerstattung von privaten Auslagen
Falls Sie privat Kosten für die Firma getragen haben:
Rückerstattung jederzeit möglich
Keine steuerliche Belastung (sofern korrekt dokumentiert)
e) Darlehen (eingeschränkt möglich)
Kurzfristige Entnahmen können als Darlehen strukturiert werden.
Achtung:
Marktübliche Bedingungen erforderlich
Rückzahlungsverpflichtung
Risiko der Umqualifikation in Dividende
3. Besonderheit: Drittperson als Verwaltungsrat
Wenn ein externer Verwaltungsrat eingesetzt ist:
Formelle Entscheidungsprozesse sind zwingend einzuhalten
Dividenden benötigen korrekte Beschlüsse
Interessenkonflikte müssen sauber dokumentiert werden
Dies erhöht die Compliance-Anforderungen, bietet aber auch Vorteile (z. B. Substanz in der Schweiz).
4. Mehrwertsteuer und regulatorische Aspekte
Je nach Geschäftsmodell können zusätzliche Pflichten entstehen:
MWST-Pflicht ab 100'000 CHF Umsatz (weltweit)
Dienstleistungen vs. Eigenhandel (z. B. bei Krypto) unterschiedlich behandelt
Geldwäschereivorschriften beachten
5. Fazit
Die Entnahme von Geldern aus einer Schweizer Gesellschaft bei Wohnsitz im Ausland ist möglich – aber nur innerhalb klarer rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen.
Die richtige Struktur hängt insbesondere ab von:
Ihrem Wohnsitzland
Ihrer Rolle in der Gesellschaft
der Gewinnsituation
der operativen Tätigkeit
Wichtiger Hinweis zum Beispiel
Das dargestellte Beispiel ist nicht individuell auf eine konkrete Person zugeschnitten. Jede Situation muss separat beurteilt werden. Die dargestellten Möglichkeiten bilden nur einen Ausschnitt der gesetzlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen ab und ersetzen keine persönliche Beratung.
Beispiel:
Vielen Dank für das angenehme Gespräch. Es war sehr hilfreich, mehr über Sie und Ihr Unternehmen zu erfahren. Dies trägt dazu bei, Risiken zu reduzieren und sicherzustellen, dass Sie gut über die Schweizer Vorschriften informiert sind.
Zusammenfassung des Meetings
[ ] Transfer-Ordner zum Hochladen von PDFs (Kontoauszüge, Rechnungen, Verträge etc.) – Sie erhalten eine E-Mail mit entsprechenden Anweisungen.
[ ] Bitte laden Sie einen Screenshot der Krypto-Wallet hoch: einmal zu Beginn (auf die Gesellschaft benannt) sowie jeweils per 31.12.2025 zum Jahresende.
[ ] Bitte richten Sie ein Bankkonto für die Bezahlung von Rechnungen ein. (Verwenden Sie nicht die Krypto-Wallet zur Begleichung von Rechnungen, da dies die Buchhaltungskosten erhöht.)
[ ] Der Gewinn basiert auf den Transaktionen. Wir messen den Wert zu Beginn und am Ende des Jahres: Ist der Endwert höher als der Anfangswert, liegt ein Gewinn vor, andernfalls ein Verlust.
Mehrwertsteuer (MWST)
[ ] Wenn Sie eine Krypto-Börse nutzen, um Gewinne zu erzielen (Kauf und Verkauf von Kryptowährungen), bestehen keine MWST-Risiken. Allerdings können Sie die Schweizer MWST auf in der Schweiz bezogene Dienstleistungen (z. B. AbaFin-Rechnungen oder andere) nicht zurückfordern.
[ ] Wenn Sie Gelder von Kunden entgegennehmen, um Kryptowährungen zu handeln, und z. B. 2 % Gewinn auf 100'000 CHF erzielen, gilt dies als Dienstleistung und unterliegt der MWST von 8.1 %.
Liegt Ihr Jahresumsatz unter 100'000 CHF, besteht keine MWST-Pflicht.
Überschreitet Ihr Umsatz weltweit 100'000 CHF, müssen Sie Ihr Unternehmen für die MWST registrieren.
Bitte informieren Sie uns umgehend, wenn Sie Gelder von anderen Personen als den Aktionären erhalten. Bitte beachten Sie die Schweizer Geldwäschereivorschriften.
Eine freiwillige MWST-Registrierung ist möglich. Dies kann sinnvoll sein, wenn Sie in Schweizer Softwareentwickler investieren, die MWST in Rechnung stellen. Die Software muss zur Erzielung von Umsätzen verwendet werden, damit die Vorsteuer zurückgefordert werden kann.
Privat bezahlte Kosten
[ ] Falls Sie Unternehmensrechnungen von Ihrem privaten Bankkonto bezahlt haben, laden Sie bitte alle entsprechenden Rechnungen hoch.
Diese Ausgaben werden in der Buchhaltung der Gesellschaft erfasst, und die Gesellschaft schuldet Ihnen diesen Betrag. Sie können den gesamten Betrag auf Ihr privates Bankkonto zurücküberweisen. Bitte verwenden Sie hierfür ein Bankkonto – keine direkte Überweisung von der Krypto-Wallet auf Ihr Privatkonto.
Lohn oder Dividende
Dividende:[ ] Wenn Sie nicht bei der Gesellschaft angestellt sind, bestehen keine Vorsorgebeiträge.
Dividenden können erst nach dem ersten Geschäftsjahr ausgeschüttet werden, sobald ein Gewinn im Jahresabschluss ausgewiesen ist. Vorher sind keine Ausschüttungen zulässig. Es sollten keine monatlichen Überweisungen auf Ihr Privatkonto erfolgen. Ein kleiner Vorschuss (Darlehen) aus der Gesellschaft ist möglich.
Bei einer Dividendenausschüttung von 100'000 CHF fällt eine Verrechnungssteuer von 35 % an. Ein Teil davon kann gemäss Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Frankreich und der Schweiz zurückgefordert werden. Die Dividende muss in der französischen Steuererklärung deklariert werden. In der Schweiz fallen keine zusätzlichen Sozialabgaben an.
Lohn:[ ] Wenn Sie bei der Gesellschaft angestellt sind, benötigen Sie eine Schweizer Arbeitsbewilligung. Anschliessend können Sie einen monatlichen Lohn beziehen. Die Gesellschaft entrichtet Beiträge an die AHV (1. Säule) sowie an die BVG (2. Säule, ab einem Jahreslohn von über 23'000 CHF). Zudem ist eine Unfallversicherung obligatorisch. Die Gesamtbelastung für die Gesellschaft beträgt ca. 10–15 % des Bruttolohns.
Beispiel Lohnabrechnung:
Bruttolohn: 100 %
Sozialabgaben (AHV, BVG, Unfallversicherung): 10–15 %
Nettolohn: 85–90 %
Quellensteuer: Abzug gemäss individuellem Steuersatz
Weitere Hinweise
[ ] Sie können Ihrer Schweizer Gesellschaft eine Rechnung von Ihrer französischen Gesellschaft für erbrachte Dienstleistungen stellen. Dadurch reduziert sich der Gewinn in der Schweiz und erhöht sich entsprechend in Frankreich.
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How Can I Withdraw Money from My Swiss Company While Living Abroad?
Many entrepreneurs who own a Swiss company (e.g., AG or GmbH) face the question: How can I legally withdraw money if I live abroad and am not registered as a board member?
The answer is not universal—it depends heavily on your individual structure, tax residency, and business activities. Below is an overview of the most common options and key considerations.
1. Fundamental Principle: Separation Between Company and Individual
A Swiss corporation is a separate legal entity. This means:
The funds belong to the company, not to you personally
Any withdrawals must be legally and fiscally justified
Improper withdrawals may be treated as hidden profit distributions
2. The Most Common Ways to Withdraw Funds
a) Dividends
The most common method is dividend distribution.
Requirements:
Profit must be available in the annual financial statements
Approval by the shareholders’ meeting
Distribution only after the first financial year
Tax implications:
35% Swiss withholding tax
Partial refund possible (depending on double taxation agreements)
Taxation in your country of residence
Advantages:
No Swiss social security contributions
Clear and structured process
Disadvantages:
Limited flexibility (year-end dependency)
Potential tax burden depending on residency
b) Salary (if employed by the company)
If you are operationally involved, you may receive a salary.
Requirements:
Employment contract with the Swiss company
Typically, a Swiss work permit is required
Cost structure:
Social contributions (AHV, pension, accident insurance) approx. 10–15%
Withholding tax may apply
Advantages:
Regular income
Access to Swiss social security system
Disadvantages:
Higher overall cost
Administrative complexity
c) Charging via a Foreign Company
If you own a company abroad, it can invoice the Swiss company for services.
Examples:
Consulting services
IT / development
Management services
Effect:
Profit shifting abroad
Potential reduction of Swiss taxable profit (if structured correctly)
Important:
Must comply with arm’s length principle
Proper documentation required
Risk of tax requalification if misused
d) Reimbursement of Private Expenses
If you have paid company expenses personally:
Reimbursement is possible at any time
No tax implications if properly documented
e) Loans (limited use)
Short-term withdrawals may be structured as loans.
Attention:
Must be at arm’s length conditions
Repayment obligation required
Risk of reclassification as dividend
3. Special Case: Third-Party Board Member
If a third-party director is appointed:
Formal decision-making processes must be followed strictly
Dividend distributions require proper approvals
Conflicts of interest must be documented
This increases compliance requirements but can also strengthen Swiss substance.
4. VAT and Regulatory Considerations
Depending on your business model, additional obligations may arise:
VAT registration required above CHF 100,000 global turnover
Different treatment for trading vs. services (e.g., crypto activities)
Swiss anti-money laundering regulations must be respected
5. Conclusion
Withdrawing money from a Swiss company while living abroad is possible—but only within clear legal and tax frameworks.
The optimal structure depends on:
Your country of residence
Your role in the company
Profitability
Nature of your activities
Important Disclaimer to the example
The example is not tailored to any specific individual situation. Each case must be assessed separately. The information provided represents only a limited overview and does not cover all legal and regulatory aspects. It does not replace professional advice.
Example
Meeting Summary
[ ] Transfer folder for uploading PDFs (bank statements, invoices, contracts, etc.) you will receive an email with instructions.
[ ] Please upload a screenshot of the crypto wallet: one at the beginning (named to the company) and one on 31.12.2025, each end of year.
[ ] Please set up a bank account for bill payments. (Do not use the crypto wallet to pay bills, as this increases accounting costs.)
[ ] Profit is based on exchanges. We will measure the value at the beginning and end of the year: If the end value is higher than the beginning, there is a profit; otherwise, there is a loss.
VAT
[ ] If you use a crypto exchange to earn profit (buying and selling crypto), there are no VAT risks. However, you cannot reclaim Swiss VAT on purchased services from Switzerland, such as AbaFin bills or others.
[ ] If you take money from clients to exchange crypto and earn a 2% profit on a 100k amount, this is considered a service and is subject to VAT at 8.1%.
If your annual turnover is below 100,000 CHF, you do not need to be registered for VAT.
If your turnover exceeds 100,000 CHF globally, you will need to register your company for VAT.
Please inform us immediately if you receive money from anyone other than the shareholders. Please review the Swiss money laundering regulations: Swiss Money Laundering Rules.
Voluntary VAT registration is possible. This can make sense if you invest in Swiss software developers who charge VAT. The software must be used to generate profit from clients, so you can recover VAT.
Private Paid Costs
[ ] If you have paid company bills from your personal bank account, please upload all related invoices.
These expenses will be recorded in the company’s accounting, and the company will owe you this amount. You can transfer the full amount back to your personal bank account. Please use a bank for the transfer—do not transfer directly from the crypto wallet to your personal account.
Salary or Dividend
[ ] Dividend: If you are not employed by the company, there are no pension savings.
Dividends can only be paid after the first business year, once a profit is recorded in the financial statement. No dividend can be taken before then. There should be no monthly transfers to your personal account. It is possible to take a small loan from the company.
If you pay yourself a dividend of 100,000 CHF, a 35% withholding tax will need to be paid to the Swiss tax authorities. However, you may be able to recover a portion of this tax under the Double Taxation Agreement (DTA) between France and Switzerland. You must declare the dividend in your French tax return. No additional social security costs apply in Switzerland.
[ ] Salary: If you are employed by the company, you will need a Swiss work permit. Then, you can receive a monthly salary. The company will also contribute to the AHV (first-pillar pension) and the BVG (second-pillar pension, applicable for salaries above 23,000 CHF per year). The company must also provide accident insurance. Thus, the company’s costs will be approximately 10-15% of the gross salary.
Payslip Example:
Gross Salary: 100%
Social Costs (AHV, BVG, and accident insurance): 10-15%
Net Salary: 85-90%
Withholding Tax (Quellensteuer): Deducted based on your tax rate.
Other Considerations:
[ ] You may send an invoice from your French company to the Swiss company for services rendered. This will reduce the profit in Switzerland and increase the profit in France.
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